Am Anfang war das Brett

Neubau. Hört sich gut an, ist auch recht spannend für mich, kümmere ich mich doch sonst meist um die betagteren oder beschädigten Boote. Neubau ist interessant für Auftraggeber und Bootsbauer. Der Kunde hat ganz bestimmte Vorstellungen, weiß, was das Boot können muss, wie es ausschauen soll, bastelt sich im Kopf aus seiner Erfahrung das Optimum zusammen. Wir, das Bootsbauteam hören zu, beraten, zeichnen, entwerfen und realisieren letztendlich den Wunsch des Kunden.
Hört sich an wie ein Traumberuf, oder?

Dieser Kunde hat spezielle Anforderungen an sein Boot: Es soll ein Fischerboot sein, eine Zille. Es soll lange leben (das Alte war nach 5 Jahren im Unterwasserbereich durchgefault). Es soll viel Stauraum bieten. Wunschhölzer sind Mahagoni und Lärche. Das Boot soll stabil sein. Und schön außerdem. Das war aber auch mein besonderes Anliegen. Kein Boot wie jedes andere, sondern ein schönes Fischerboot, eine Zille für die Alte Donau.

Und nun kommen wir zum Anfang und zum besagten Brett, das natürlich kein herkömmliches Brett ist. Wir verwenden Bootsbausperrholz. Dieses ist kochfest verleimt, die Klasse, die wir für ein gutes Boot einsetzen müssen. In der Länge werden die Platten geschäftet um auf unsere Länge von 6 m zu kommen.

eine Seitenwand

Spanten werden mit dem Hobel angepasst.DSC_0056

Kreatives Chaos in der Werkstatt.DSC_0063

Der Boden wird verleimt.DSC_0093

Dübel in den Boden um die Platten in die richtige Form zu ziehen.DSC_0098

Boden und Seitenwände sind montiert und verputzt, gehobelt.DSC_0119

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Schraubenlöcher werden mit Holzpfropfen verschlossen.DSC_0121

Im Unterwasserbereich werden Stringer montiert. Auch diese werden verschraubt und geklebt.DSC_0122

Das Boot ist zum ersten Mal draußen. Wir können alles reinigen, bevor es nun kielunten (so heißt das tatsächlich) weitergeht.DSC_0130DSC_0136DSC_0142

Der komplette Rumpf wird mit Epoxidharz beschichtet. Das schützt gegen Schläge und das Wasser.DSC_0144

Der Rumpf ist nun fertig. Jetzt bauen wir den Innenausbau. Der Boden wird aus Läche gefertigt. Das steht in schönem Kontrast zur Mahagoni-Schale.DSC_0146

Schutz und Stabilität für die Außenwand.DSC_0147Das Deck ist verklebt aus Mahagoni mit einem Mittelstreifen aus Lärche. DSC_0153

Natürlich wird oben auch alles gut beschichtet und mit Epoxy verpackt.DSC_0159

Zwei Helfer.DSC_0163

Ein großer Aufwand ist das, wenn man das komplette Boot noch einmal schleifen muss. Das ist allerdings notwendig, da die beschichteten Flächen zusätzlich noch mit einem UV-beständigen Lack versiegelt werden müssen. Alles wird dann penibel gereinigt, noch einmal kontrolliert und für den großen Lackiertag vorbereitet.DSC_0168DSC_0169

Fehlt noch der Boden.DSC_0196DSC_0172DSC_0178

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Der Boden ist an die Bootsform angepasst und in der Länge in Cassetten unterteilt. So kann man ihn auch allein herausheben.DSC_0256

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Die Zille bekommt noch Sitzbänke, die verschiebbar sind. Der hintere Teil des Bodens kann aufgeklappt werden, damit der Fischer Wasser abschöpfen kann. Für die Fortbewegung montieren wir noch Ruder und einen kleinen Elektromotor.

Das ist nun aus unseren Brettern, Platten und Leisten geworden: eine schöne Zille für die Alte Donau.

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