Saisonhöhepunkt – bereits überschritten (vom 14.09.2011)

Bled war wunderbar. Eine der schönsten Regatten, die ich letzter Zeit erlebt habe. Ich war allerdings nur Zuschauer. Kein Druck, nur das Rudern der Weltbesten, Natur und Wetter geniessen, das ist leicht.

An das Rudern und den Druck, der auf den Athleten lastet beim letzten und wichtigsten Rennen des Jahres, kann ich mich noch sehr gut erinnern. Mein letztes Rennen in der offenen Klasse war 1988. Der Frauenachter konnte in Seoul die Erwartungen nicht erfüllen. Ja, wir sind gescheitert, das war schwer. Im Jahr davor noch ganz gut im Rennen, war das wichtigere Jahr eine Enttäuschung. Da wurden Schuldige gesucht, ein fehlgeschlagenes Höhentraining vielleicht? Falsche Trainingspläne, müde Ruderinnen? Ja, sowas ist sehr enttäuschend. Ich kenne das. Diese und ähnliche Geschichten scheinen sich zu wiederholen.

Detlev_HP_klein

Aber wieder zurück nach Bled 2011. „Mein“ Fotograf Detlev Seyb hatte natürlich alle Hände voll zu tun. WM-Bilder aus Bled haben wir allerdings nicht mehr in unseren österreichischen Ruderkalender 2012 genommen, der war schon in Produktion und ist ab sofort bei mir erhältlich.

Hier der neueste ORF-Beitrag über mich.

Bis die Tage,
Anja

Spätsommer in Wien – Bericht vom 27.09.2011

Mit über 40 Jahren habe ich erst meine Leidenschaft zum Einerrudern, zum Skullen, entdeckt, bin ich doch eigentlich passionierte Riemenruderin. Der Einer jedoch hat seine positiven Seiten, ja die kann ich ihm mittlerweile abgewinnen. Heute lasse ich einfach die Bilder sprechen, aber nur heute … Klick mal auf das Bild.

Alte Donau

Kleiner Tipp noch, AUSTRIA ROW! der österreichische Ruderkalender 2012 ist fertig.

Und noch der letzte ORF-Beitrag über mich.

Bis die Tage,
Anja

late summer rowing

Kaum zu glauben, dass wir Ende September noch so schöne Tage haben. Das ist eine Ausfahrt auf der Oberen Alten Donau, unserem Wiener Hausteich. Wunderschön.

Alte Donau

Sind wir jetzt in der Zukunft?

Gestern war ich auf der coolsten Regatta, die ich in Österreich, und da bin ich jetzt schon seit 10 Jahren, erlebt habe. Ja klar, die Rose ist schon gut, da lasse ich nichts drauf kommen, aber die ist nicht cool, die ist, … irgendwie anders.

Das First Vienna Night Row. Eine Regatta, auf der nur Achter starten, bei der maximal 3 Boote gegeneinander fahren, bei der die Streckenlänge 350 m beträgt, also überschaubar ist und ein komplettes Rennen ohne abzuschweifen in einem durch verfolgt werden kann. Das verspricht Spannung. Garantiert.

Und das Ganze dann noch nachts, die Sache mit der Beleuchtung. Die Vorrennen werden noch bei Tageslicht gefahren, gut, ein Vorgeschmack. Dann das Beleuchten und Schmücken der Boote. Es gibt einen Preis für den bestgeschmückten Steuermann, die Ruderer toben sich aus mit Reflektoren, Fahrradlampen und Knickleuchtstäben. Die Strecke wird beleuchtet, mobile Flutlichtmasten ausgefahren, die Bojen des Albanosystems beleuchtet, einfach grandios!

Die Finali werden gestartet. Spannung, packende mitreißende Stimmung am Ufer. Wir haben das Glück, auf Bahn 3 zu starten. Also 2 Boote mit viel Action, Wasserfontänen, zwischen uns und dem beleuchteten Ufer. Ein ungewöhnliches Gefühl in der Dunkelheit zu rudern. Zum Glück habe ich den bestens beleuchteten Steuermann vor mir. Die Geräuschkulisse aus der Dunkelheit, Gänsehautfeeling. Leute, das ist echter Spaß! Das verlangt nach mehr. Achterrudern ist einfach Ultra. Danach Plaudern, Rennen schauen, Aperol, passt alles, einfach gut.

Aber wir sollten jetzt nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, war klasse, danke für den schönen Abend, liebe LIA. Nein, wir sollten mal zu Kenntnis nehmen, dass unser Rudersport, so wie wir ihn kennen und praktizieren, einfach völlig überholt und verstaubt ist. Rudern ist ein toller Sport, aber mal unter uns, wen haut eine gewöhnliche „Ruderwettfahrt nach den Regeln der RWB“ so wirklich vom Hocker?? Sprintregatta zum fünfzigsten Mal? Klar, der Leistungssport muss da durch, aber Rudern ist viel mehr als nur der Leistungssport in Reinkultur.

Also bitte bitte bitte, liebe Funktionäre, lasst die Innovativen ran, lasst die Spiders und wie sie alle heißen mal herumtoben und neue Events erfinden. Schaut doch spaßeshalber auch mal bei der Ruderbundesliga hinein. Die Achterrevolution in Deutschland, ein ganz neuer Wirtschaftsfaktor im Rudern. Da geht es so dermaßen ab, das ist unvorstellbar. Fahrt doch mal hin und ihr seht, was man aus Rudern machen kann.

Demnächst wird es Bilder geben, hoffentlich bekomme ich welche. Und, eine Medaille haben wir vom Pirat auch gewonnen, nicht für die schnellste Zeit, sondern für Jan, den bestgeschmückten Steuermann.

Bis die Tage,
Anja