Was für’n Service?

Letztes Wochenende auf dem Inn River Race konnte ich es wieder beobachten. Da kommen die Ruderer aus Österreich und Deutschland zusammen und mit ihnen auch wieder all die Bootshändler, um kostengünstig die Mitfahrgelegenheiten auf den Vereinsanhängern zu nutzen.

Da fühlen sich Trainer, Ex-Trainer, aktive und Exruderer nicht ausgelastet oder wittern einfach nur die Chance mit ihrem geliebten und bekannten Sportgerät ein paar Euro nebenbei zu verdienen. Da werden dann Boote herangekarrt mit Swift und Wing und Star und ach ich weiß nicht, wie die alle heißen. Eines haben sie aber gemeinsam: Sie sind billig und kommen von Sonstwoher.

Der Konsument sieht also den günstigen Preis und kann nicht anders, klar, ich kaufe auch meine Bücher so, oder Kaffemaschinen, warum nicht? Wo diese Boote genau herkommen, weiß der Kunde oftmals gar nicht. Ob Shanghai oder sonstwo ist eigentlich auch egal, auf jeden Fall nicht erreichbar. Bei manchen Firmen bürgt ja auch ein guter Name für hervorragende Handwerksarbeit, und das bisschen Bauen, das kan man ja wohl jedem beibringen.

Okay, ich will jetzt nicht jedes Produkt schlecht machen, das nicht wenigstens im alten Mitteleuropa gebaut wurde. Ich habe da ganz andere Bedenken.

Was macht denn der Kunde mit diesem Boot, wenn er mal einen Schaden hat? Oder eine Reklamation? Oder ein Ersatzteil braucht? Oder einfach nur eine bootsbautechnische Frage hat?

Welche Werft, die selber Boote baut, macht eine kompetente Reparatur an einem Diskonterboot? Machen das dann die ausgedienten Ruderer und selbsternannten Bootsfachleute und kaufen sich einen Polyesterspachtel im Baumarkt und eine Spraydose und dann geht’s los?

Lieber Kunde, denk da mal drüber nach.

Und nun die Frage: Wer kümmert sich darum?
Anja, Bootsbaumeisterin

SALANI Boote
Concept2 Skulls und Riemen