Bleibt alles anders

Die Österreichische Vereins-Staatsmeisterschaft, liebe Leute, denkt euch mal einen anderen Namen aus für diese echt nette Regatta. Sie ist jedes Jahr ein schöner Abschluss der Regattasaison. Alle Vereine rüsten sich und holen alles aus der Schublade, was dereinst mal ein Paar Skulls oder Riemen festhalten konnte. Leider gibt es auch immer wieder Negativbeispiele und es werden Leute in die Rennen geschickt, die völlig überfordert sind mit der Rennsituation und dem hohen Tempo, das vorgegeben wird. Aber das sind zum Glück Ausnahmen.

Normalerweise auf der Alten Donau in heimeliger Atmosphäre ausgetragen, nutzten wohl die Regattaveranstalter des Wiener Ruderverbandes die noch ausgelegte Startanlage von der World Masters Regatta und verschafften dem Familienfest leichte Anzeichen vom Flair einer Großveranstaltung.

Die Vorläufe am Samstag waren schon echt spannend. Das A-Finale mit 8 Bahnen zu erreichen war ein großes Ziel und natürliche realistischer, als normalerweise auf der Alten Donau, wo man sonntags nur zu viert rudert. Ich durfte zwei Mal antreten. Zwei Mal 1000 m sind okay.

mit Romana im Zweier

Mit Romana Tesarik im Frauen-Doppelzweier hatte ich ein paar wenige Trainingsausfahrten gemacht. Ein Zweier, der wirklich Spaß gemacht hat. So richtige Chancen hatten wir uns nicht ausgerechnet, sind wir zwei doch schon in stattlichem Masters-Alter und hatten gegen wesentlich jüngere Ruderinnen anzutreten.

Das A-Finale wäre schon einem Sieg auf ganzer Linie gleichgekommen und das hatten wir wirklich nicht erwartet. Aber, wie schon in der Überschrift erwähnt, ist auf der sogenannten ÖVMSTM alles anders. Da ist man schon mal für eine Überraschung gut, wenn alle Alters- und Leistungsklassen vermischt sind.
Und so kam es, dass wir uns nach 500 m mittendrin im Feld wiederfanden. Das war wirklich eine Ãœberraschung für uns, von der wir uns aber sehr schnell wieder erholten, zumindest mental, und beschlossen, jetzt doch mal auf „Sieg“, also den Einzug ins Große Finale zu fahren. Dass es letztendlich um 3 Zehntelsekunden nicht gereicht hat, war zwar sehr schade aber die Bregenzerinnen hatten einfach das bessere Rennen. Und wir hatten auch ein tolles Rennen, und waren stolz drauf.

Der Frauen-Vierer ohne ist immer sehr spannend.
wir fahren zum Start
Es gibt in Österreich leider nicht besonders viele echte Riemenruderinnen, warum auch immer. Wir hatten auch nicht besonders viel Praxis in diesem Boot und wir wagten uns in den Vorlauf. Ziel war ganz klar das A-Finale. Ehrensache. Wahrscheinlich war dies das einzige Rennen mit Fehlstart, ich verrate natürlich nicht, wer diesen verursacht hat. Nein, wir waren es nicht. Also ….. schäm dich! Den vierten Platz im Vorlauf konnten wir ganz sicher nach Hause rudern. Schöne lange Schläge, so wie sich das gehört im Vierer ohne.

Am Sonntag dann die Finals. Im Zweier wussten wir ja jetzt, dass wir gar nicht so schlecht waren. Knapp gescheitert heißt, dass wir die Besten der Zweitklassigen werden mussten. Jetzt musste wirklich der erste Platz her.
ein paar Meter noch
nur nicht vorbei lassen die Mädels
Renneinteilung wie gehabt, ruhig und lang. Immer gut in unserem Alter.
Schultern locker lassen

Der Endspurt war schon ganz schön anstrengend, waren dadoch schon wieder zwei, die uns um ein paar Zentimeterchen auf den zweiten Platz versetzen wollten. Aber diesmal nicht. Sowas passiert uns nicht zweimal. Und so konnten wir tatsächlich das B-Finale gewinnen.
hat Spaß gemacht
Für Romana und mich war das das bestmögliche Ergebnis, zwei sehr schöne Rennen. Ja, hat echt Spaß gemacht.

Und kurz danach das A-Finale im Vierer. Da war ein Platz im Mittelfeld drin und wir waren wirklich gut dabei. Die Boote mit den Leistungssportlerinnen zogen ganz klar davon, wir können stolz auf ein schön gefahrenes Rennen sein. Und nun ein paar Bilder:

vierer_1.JPG
sieht doch ganz gut aus
also bei uns, meinte ich
noch 200 m
zusammen
welcher Platz?
noch immer nicht da
soo lang kann ein Rennen sein, Leute

Nach ein paar Stündchen waren die paar Rennen auch schon vorbei. Alles sehr übersichtlich angeordnet. Das Wetter war wirklich toll an diesem Septemberwochenende und nach den Rennen trafen sich noch alle zur großen Siegerehrung. Da haben dann alle Zeit zum plaudern und essen und trinken. Ich konnte leider nicht bleiben, sehr schade, aber ich wette, ihr habt euch auch ohne mich wohlgefühlt.

Erwähnte ich schon, dass ich diese ÖVMSTM mag, bis auf den Namen? Wie jedes Jahr, gab es wieder Überraschungen. Und das macht genau diese Regatta aus, dass Jeder gegen Jeden fährt, Alt gegen Jung, Erfahren gegen Unerfahren. Man kann oft gar nicht einschätzen, wer die Nase vornhaben wird, sind doch die 1000 m relativ ungewohnt und viel zu schnell vorbei für die meisten der jüngeren Generation. Die hätten es ja lieber doppelt so lang. Und das macht es spannend. Alles anders also.

Für mich nächstes Jahr wieder.