World Masters Regatta in Wien – Heimspiel als Bootsbaumeisterin

Ich habe es nicht weit und war auch deshalb sicher viel nachlässiger mit irgendwelchen Packlisten, als meine Bootsbauer-Mitstreiter. Die sind echt gut ausgerüstet mit Wohnmobil und Messezelt und mit allem erdenklichen Werkzeug. Wenn ich einfach mal rüber fahren kann, dann kann ich es auch eigentlich holen, wenn irgend etwas Spezielles benötigt wird. Habe ich mir gedacht.
Ich stecke ja auch noch in den Kinderschuhen, was Regattapräsenz anbelangt. Ich schau, was die anderen so tun und werde im nächsten Jahr dazustoßen, auch bei Auswärtsspielen. So sind wir also noch mit Volvo unterwegs, und doch bestens ausgestattet.

voll bis unters Dach

Einen Stand haben wir natürlich auch. Halt keinen richtigen Messestand, so mit dicker Aufschrift und so. Wir sind ja auch eher die kommunikative Truppe und die Geselligkeit steht im Vordergrund und deshalb gibt es auch einen Gartenpavillon.

ganz gemütlich

Damit mich jeder findet …

Anja_andersrum

… und sieht, was ich so mache.

richtigrum

Anfang der Woche rücken wir so langsam an. Schröder mit seinem Rowing Service rückt mit 3 Bootsanhängern und um die 60 Leihboote an, nimmt natürlich den ganzen Platz ein, um zu schrauben und einzustellen. Eine ganz schön aufwendige und sicher nicht einfache Sache, die er und sein Team mit Bravour lösen.

Freitagfrüh treffen die zwei Kollegen von SALANI ein. Sie bringen den magentafarbenen Skiff mit, den alle Ruderer von nun an bewundern dürfen.

frisch ausgepackt

Es findet sich sofort ein Ruderer, der zufällig ein Boot sucht für ein Rennen. Ja klar, geht. Wir stellen die Ausleger und Dollen gemeinsam ein, er ist ganz begeistert.

richtig stolz

Das ist aber auch ein echt schickes Ding!

Ab Mittag wird es ziemlich nass von oben. Regenkleidung ist angesagt, alle suchen Unterschlupf.

meine 2 tapferen Startkinder
Lena hat Pause
Jan
Toll! Motorbootfahren im Regen!

Am Nachmittag habe ich meine beiden Rennen, ja, rudern muss ich ja auch noch zwischendurch. Bei mir kommt leichter Stress auf. Viele Leute kommen zu mir und brauchen meine Hilfe. Ich bin der einzige Concept2-Vertreter und habe die Ersatzteile zur Hand. Griffe werden sofort montiert, kleine Problemchen behoben.

Mistwetter

Ich bin ja schliesslich zum Arbeiten da, zumindest so halb.

und wieder schrauben

Zwischendurch kann ich auch mal ein wenig entspannen, mich auf die Rennen besinnen, mich sammeln.

Ich bin ja schliesslich keine Maschine

Der Freitag geht ganz fürchterlich nass zu ende. Waschelnass fahren wir nach Hause, heisse Dusche, Pizza und ab ins Bett. Der Sturm, der in der folgenden Nacht wütet, war nicht angekündigt. Das Zelt verabschiedet sich, legt einen kurzen Flug hin, beschädigt zum Glück keine Boote.
Kein guter Start in den Samstag.
Wir räumen auf, richten alles wieder her bevor die Ruderer kommen. Unser Rennen läuft nicht so besonders gut, ich habe Motivationsprobleme. Kein Wunder irgendwie.

Um 10 Uhr ist das Rudern passe, wir einigermaßen zufrieden, Freunde kommen zum Frühstück. Wenigstens regnet es heute nicht, wir sind auf gutes Wetter angewiesen, aber der SALANI-Stand ist ja auch noch da.

das ist nett

Der Samstag geht zu Ende, es gibt viele gute Rennen, viele Leute kommen zu mir, plaudern, trinken Kaffee, schauen sich den Magentaskiff an.

Neben uns haben die Clicko-Leute aus Zürich ihren Stand, gemeinsam mit Dani von Stämpfli. Beat ist ein unglaublich kreativer Mensch, ein Ruderer, der Missstände nicht nur erkennt, sondern auch Abhilfe schafft. So hat er begonnen, die Menschheit von alten mit Bakterien und Fussschweiss verseuchten Ruderschuhen zu befreien.

Hier als Steuerstemmbrett

Das gefällt mir so gut, dass wir gleich eine Cooperation starten, der Kofferraum ist nun voller Clicko-Schuhe.

Die Stimmung unter den Bootsbauer-Kollegen ist gut. Das ist ein sehr kleiner Kreis, das ist nett. Am Abend bringen wir schon die ersten Utensilien zurück in die Werkstatt. Rudererparty ist ja leider nicht, hab das elegante Kleid nicht dabei, wir treffen uns mit meinen Freundinnen aus Deutschland, haben einen netten Abend.

Am Sonntag ist die ganze Lage noch entspannter, der Wecker läutet zur Abwechslung mal nicht um 5:20, Ausschlafen bis 8:00. Luxus. Viele Ruderer haben schon die Boote verpackt. Sonntag finden die Mixed-Rennen statt, für manche ist das nicht so interessant, gehen lieber noch in die Stadt, oder fahren gleich nach Hause.

Das Ende kommt jetzt ziemlich schnell. Wir gehen essen im großen Zelt, den Anhänger dran. Die Woche war schön und anstrengend.

nett war's

Ab morgen wieder Alltag. Auch gut.

Die zweite Hälfte vom World Masters Regatta-Zwillingsbericht findest du hier.