Bootsbaumeisterin trifft Ruderin

Oh, das ist eine komplizierte Verbindung.
Die Ruderin möchte rudern! Und zwar in einem einigermassen passablen Boot, die Technik sollte up to date sein, das Boot sollte hübsch, elegant, aussergewöhnlich und möglichst schnell sein.

Die Bootsbauerin steht auf Holz! Es muss also ein Holzboot her, dass den technischen Anforderungen von Heute gerecht wird. Natürlich ist hier von ein und derselben Person die Rede, nämlich von mir selbst.

So ganz rein zufällig habe ich ja noch ein wunderschönes altes Schätzchen in meinem Archiv. Es handelt sich um einen ca. 50 Jahre alten Skiff der traditionellen schweizer Bootsbauerei Alfred Stämpfli. Natürlich ist es kein Zufall, dass vor fast 20 (!) Jahren meine Bootsbaukarriere genau dort am Zürichsee begann.

Vom Staub befreit, befand ich, dass es eine kleine Generalsanierung verdient hat, bevor es in die Ruderwelt zurückkehren darf. Hier sind ein paar Impressionen:

Mittlerweile als Stämpfli Racing Boats bekannt.das Typenschid

Das formschöne Cockpit.
gut gepflegt!

Charakteristisch für Stämpfli-Boote ist die Form der Waschbord-„Ohren“. Nebenspant

Wie gut das Holz innen erhalten ist. Luftkasteninnenausbau

Ganz anders als heutzutage: Vor- und Hintersteven.Bug

Heck

Als nächstes werden die Luftkästen bespannt und Schale und Cockpit lackiert.
Danach kommt die technische Ausstattung. Dazu demnächst mehr.

Teil 2

Eigentlich geht es hier mehr um die Bootsbaumeisterin bzw. die bootsbauerische Tätigkeit. Ich habe hier einfach ein paar Bilder gemacht, um zu zeigen, wie das in die jahre gekommene Holzboot langsam ruderbar wird.

Vor dem Bespannen werden die Luftkästen gereinigt und ausgesaugt,damit es hinterher innen nicht klappert und rasselt.
schön_sauber_machen

Die Bespannung aus Folie wird angeklebt und mit den alten Holzstäben am Boot fixiert.
Bespannung

Edelstahl und Aluminium sind (noch) fehl am Platz.
Kupfernägel

Die Bespannung ist dran, jetzt werden Stäbe und Cockpit lackiert.
Das_wird_schön

Und es glänzt wieder.
der_Alf

Morgen kann ich die Schale außen lackieren und dann fehlen nur noch die Beschläge. Nächste Woche Rudern. Coool!

Teil 3

Jetzt kommt nur noch die Lackierung. Die Schale wird ein letztes Mal sehr fein geschliffen und gut gereinigt. Jedes Staubkörnchen fühlt man später im Lack.
warten_aufs_finish.jpg

Fertig:
das glänzt schön

Der Lack sollte einige Tage durchhärten, bevor ich das Boot umdrehen kann.

gut_gelagert

Wochenende!

Teil 4:

Jetzt ist alles fertig. Das wichtigste Pickerl geklebt. Fehlt nur noch
Wasser.
auf_dem_Trockenen

Teil 5:

So, wir, also das Boot und ich, nähern uns dem Wasser.
Aufm Auto

Die Bootsbaumeisterin, unverkennbar auf der Straße.
Aufkleber so weit das Auge reicht

Ich hab’s geschafft. Das sind meine ersten Schläge im neuen alten Boot.
endlich_rudern1.jpg

endlich_rudern2

endlich_rudern3

Der fünfte und letzte Teil ist also vollendet.

endlich_rudern

Heute am 28.09.2008 war ich bei herrlichem Sonnenschein rudern auf der Alten Donau. Ich fühle mich superwohl in diesem Boot.

Ruderin und Bootsbaumeisterin, beide sind glücklich.

Altes Boot mit neuer Technik.

Für mich eine interessante Kombination.