Alles kein Problem

Für mich eine ganz normale Sache, für die beteiligten Ruderer die helle Aufregung: Havarie auf der Donau. Das kommt ja auch zum Glück nicht alle Tage vor. Der Anruf kommt zu später Stunde, bin ja auch selbst schuld, wenn ich das Mobilfon nicht abschalte. Kurze Beschreibung des Vorfalls: ein Stromboot aus Holz war in der Nähe der Rollfähre in Klosterneuburg in eine Untiefe geraten und vollgeschlagen. Abkleben war nur bedingt möglich, das Boot musste an Ort und Stelle geborgen werden. Eine sehr unschöne Angelegenheit, zumal es schon sehr herbstlich ist und dementsprechend kalt.

am DonauuferAm nächsten Tag die Abstimmung mit Vereinsvorstand und Versicherung, oh ja, das Boot ist versichert, wir machen den Termin aus für den Bootstransport. Oder sollte man in dem Fall eher von „Bergung“ sprechen?

Wir organisieren also den Bootsanhänger für den nächsten Tag und verabreden uns draussen an der Donau, wo das Boot nach dem Unfall in Sicherheit gebracht worden war. Die AufladenBeteiligten zeigen mir den Schaden. Natürlich kommt wie immer die Frage, ob man das überhaubt wieder richtig hinbekommt. Und ich sage, auch wie immer, mein Na klar, kein Problem, das ist mein täglich‘ Brot.

In meiner Werkstatt angekommen begutachten wir den Schaden nun richtig, messen die zu ersetzenden Teile aus und machen Fotos für die Versicherung. Diese werden von mir noch Schadenaufnahmeam gleichen Tag per Email versandt, damit es später bei der Abwicklung keine Probleme gibt.

Am nächsten Werktag dann beginnt meine eigentliche Arbeit. Für mich ist das ein sehr schöner Auftrag. Ich mag dieses Plankeneinsetzen. Ein gewisse Routine habe ich natürlich aber trotzdem ist jede Planke ein eigenes Ding, eine eigene Herausforderung es besonders gut und schön hinzubekommen. Aber zuallererst schleife ich das komplette Boot.geschliffen Das muss sowieso gemacht werden und beim Schleifen kann ich mich immer sehr schön auf meinen neuen Patienten einlassen und ihn lückenlos während der gleichförmigen Arbeit mit der Maschine begutachten. So habe ich jeden Quadratzentimeter der Aussenhaut bearbeitet und kann mir ein gutes Bild über den Gesamtzustand machen.Massnehmen Erste Arbeitsschritte in Sachen Plankeneinsetzen sind das Verleimen der Neuen und das Ausschneiden der Defekten. Das Loch soll so klein wie möglich sein und alle beschädigten Bereiche sollten ersetzt werden. Für Zuschnitt, Anpassen und Einsetzen des neuen Plankenstückes nehme ich mir ganz besonders viel Zeit.

anpassen der neuen Planke

Je besser diese beim Einbau passt, umso weniger muss hinterher nachgearbeitet werden. Ist das neue Stück eingesetzt, wird die Oberfläche geschliffen und vorbereitet für die Beschichtung.

Farblich ist die neu eingesetzte Stelle gut, Ruderboote sind nur in seltenen Fällen gebeizt, man braucht also nichts farblich anpassen. Innen schleife, beschichte und lackiere ich natürlich ebenso.

Mittlerweile sind schon einige Arbeitstage, bedingt durch die langen Aushärtungszeiten, vergangen.

Mit der Reparaturstelle werden auch die übrigen schon etwas mager gewordenen Bereiche der Schale mehrmals die neue Plankebeschichtet und wieder geschliffen. Es ist sehr wichtig, dass die Schale aussen gut vor Feuchtigkeit und Schlag geschützt ist, deshalb die mehrmaligen Beschichtungen.

Folgt nur noch die penible Vorbereitung zur Endlackierung und eben diese.

Der Lack sollte noch beschichteneinige Tage richtig aushärten. Das Boot kann jetzt nach insgesamt etwas mehr als einer Woche wieder eingesetzt werden.

In der Bootshalle wartet der Vierer nun auf den nächsten Einsatz.

Die Ruderer sind sicher empfindlicher und um einiges achtsamer jetzt, das ist auch gut so.

zurück in der Bootshalle

Schön aufpassen!